Thema: Studien

Nitro-glycerin

IMG_0027Da kommt noch ein schicker SUV: Auf der derzeit stattfindenden 'California International Auto Show' hat Chrysler bekannt gegeben, was eigentlich schon auf der IAA klar war: Der Dodge Nitro wird 2007 beim Chrysler-Händler stehen.

Die Serienversion des 'Mid-size SUV' soll der auf der IAA präsentierten Studie sehr nahe kommen. Das neben dem Nitro auf der IAA gezeigte Konzept Caliber wird ebenfalls gebaut. Diese Entscheidung war bereits zur IAA bekannt gegeben worden.
Damit startet Dodge in Deutschland dann auch offiziell mit den beiden Modellen Nitro und Caliber.

Der Dodge Nitro wurde auf erstmals im Februar auf der 'Chicago Auto Show' gezeigt, der Caliber im März beim Genfer Auto Salon. Mit den beiden auch in Deutschland aktiv vertriebenen Autos will man den Einstieg in den europäischen und den leichteren amerikanischen Markt (jenseits von RAM 1500-Fans) versuchen.

Zwillingsbruder in Tokyo

Huch! Kenn ich den nicht?

Concept X

Mitsubishi wird auf der anstehenden Tokyo Motorshow Ende Okotber eine neue Studie vorstellen. Das Concept-X, einen Ausblick auf den nächsten Lancer Evolution.
Aber kenn ich das Concept nicht von irgendwo her? Schauten mir diese Augen nicht noch vor einer Woche in die Augen? Lächelte mich der große Kühlergrill nicht in Frankfurt schon an?

Sportback

Ja. Concept X und das auf der IAA vorgestellte Concept Sportback sehen sich verblüffend ähnlich. Wobei das Design des Concept X einem serienreifen Auto schon näher ist als der Sportback.

Kommt da vielleicht ein neues Mitsubishi-Design auf uns zu, dass wir irgendwann in den kommenden Jahren wirklich auf der Strasse sehen werden? Ich hätte nix dagegen. Die beiden Concept-Cars sind optisch durchaus gelungen.

Concept XSportback
Links: Concept X, Rechts Concept Sportback auf der IAA

Lifestyle paßgenau

Nachdem ich vorgestern abend eine Horde extrem partytauglicher Mini-Host/essen (oder wie auch immer das politisch korrekt heißen mag, warum gibt eigentlich keinen Unisex-Begriff dafür, wenn selbst deren Outfit unisex ist) kennengelernt hatte, wollte ich mir heute unbedingt die „Mini-City“ ansehen. Ein als strandblonder Surfer getarnter BWL-Student hatte davon geschwärmt und mir bei einem Mojito erläutert, warum der Kunde von den Mini-Hosts eher richtiges „Brand Behaviour“ als einen steten Strom an Sachinformationen erwartet.

MiniStyleDer Mini-Messestand ist als kleine Stadt konzipiert und wirkt extrem lifestylig. In der Mitte legt ein DJ Platten auf und neben den ausgestellten Autos gibt es eine „Mini International Lounge“, in der man Wasser aus orangefarbenen Hartplastikbechern bekommt, die man behalten darf (ideal als Zahnputzbecher, erzählte man mir) sowie einen „Mini Lifestyle Shop“ mit dem Motto „Don’t cry. Buy.“ Dort gibt es neben Sonnenbrillen und diversen Leibchen auch eine große Taschenkollektion zu kaufen, die Mini zusammen mit Mandarina Duck entworfen und genau auf die Maße der Autos abgestimmt hat.

Über die Mini-Stadt verteilt gibt es verschiedene Gimmicks, vor denen sich lange Schlangen bilden. Man kann einen virtuellen Rennparcours absolvieren und wird dabei, zumindest bei grenzwertigen Fahrkenntnissen, ordentlich durchgeschüttelt, weil man in einem Mini-Go-Kart sitzt, das die Fahrbewegungen simuliert. Außerdem kann man sich seinen Traummini am Computer zusammenstellen, sich dann fotografieren und virtuell in den Mini setzen lassen. Zum Schluß wird das Ganze als Postkarte ausgedruckt.

Das Beste an der Postkarte ist jedoch die Beifahrer-Funktion: Man darf nicht nur die Lackierung und Polsterung, sondern unter zehn Personen auch seinen Traumbeifahrer wählen und ebenfalls in den Mini setzen lassen. Meine eigenen, wissenschaftlich so überhaupt gar nicht fundierten Studien ergaben, daß bei den Damen ein freundlich lächelnder Schwarzer fast immer das Rennen macht. (Sehr amüsant sind übrigens die Frauen, die versuchen sich mit Kußmund fotografieren zu lassen, damit das Ergebnis so aussieht, als würden sie den Herrn liebevoll auf die Wange küssen. Das erfordert mehrere Anläufe und ziemlich umständliche Verrenkungen.) Wäre dieser Mann zumindest als Sonderausstattung im Lieferumfang enthalten, ich würde sofort ein neues Auto kaufen.

Die Hosts sind aber auch sehr appetitlich. Sie sehen alle aus wie frisch einer H&M-Reklame entstiegen und benehmen sich äußerst markenkonform, soll heißen nicht viel anders als am Abend zuvor in der Bar, nur daß es hier keinen Tisch gibt, auf dem sie tanzen könnten. Statt dessen bewegen sie sich auch am neunten Messetag leicht tänzelnd zu der Musik des DJs durch die Halle und zeigen keinerlei Ermüdungserscheinung. Die virtuellen Stadtbewohner, von denen Thomas bereits berichtet hatte, sind ebenfalls außerordentlich munter als ich die Halle besuche.

Ich lasse mich von meinem freundlichen Host rumführen und sogar überreden, in einem Mini Platz zu nehmen, was ich zuletzt mit 17 in einem alten Mini getan hatte. Damals hatte ich mir beim Knutschen mit einem ebenfalls eher hochgewachsenen Menschen allerhand Beulen zugezogen und den Mini anschließend abgeschrieben. Aber ich werde angenehm überrascht vom neuen Mini. Viel mehr Bein- und sonstige Freiheit, als ich vermutet hätte. Überraschendstes Detail ist jedoch ein kleiner Griff, mit dem sich der Kofferraum auch von innen öffnen läßt. Das, so erläutert mir der Host, ist Pflicht auf dem amerikanischen Markt, für den Entführungsfall. (Ab 2007 dann auch mit Strahlenschild, der vor Alien-Entführungen schützt.)

In der Mitte der Halle steht ein neuer Mini, von dem noch nicht klar ist, ob er je so in Serie gehen wird: eine Art Mini Passat. Sehr lang, mit viel Stauraum und ausreichend Platz auf den Rücksitzen, falls beim Knutschen ein Familienwunsch oder auch einfach nur zufällig eine Familie entstehen sollte, aber genauso flach wie ein Mini. Irgendwie niedlich. Die Reaktionen der Umstehenden fallen sehr unterschiedlich aus. Überzeugte Mini-Fans neben mir sind begeistert und sehen sich auch mit 70 und drei Enkelkindern noch im Mini, andere schütteln den Kopf und murmeln etwas von „normalen Passat kaufen, wenn man einen haben will“ und „wat soll dat denn, dat is wie zelten, wennse dich auch nen Häusken innen Urlaub leisten kanns.“

Familienmini

Asiatisch-Europäischer Sportler

Mitsubishi Sportback

Europäischem Geschmack soll der Mitsubishi Sportback angepasst sein. Naja, ich zweifle ob des mächtigen Kühlergrill ein wenig daran, dass man zu viele Europäer gefragt hat.
Aber genial ist die Studie schon.

Mehr Bilder.

SUViger Jeep

Jeep landete hier auf der IAA mit gleich zwei Concept Cars. Und so unterschiedlich Patriot und Compass auch auftreten haben sie eine Gemeinsamkeit: Für Beide stellt Jeep eine Serienproduktion in Aussicht. Der Compass soll bereits im nächsten Jahr, der Patriot dann 2007 die hügeligen Wege der Großstadt erklimmen.

Der Jeep Compass

IMG_0038Compass (großes Bild) und Patriot (kleines Bild) gleichen sich in Details, aber der Compass kommt wesentlich mächtiger daher. Brachialer. Neue Kundenkreise will man mit den beiden Jeep erschliessen. Steht zumindest im Marketingtext der US-Amerikaner. Und weil man mit einem Geländewagen keine neuen Kunden anspricht, muss man die geländegängigen Autos von heute natürlich anders bezeichnen. SUV zum Beispiel. Mode machen halt auch vor einem Traditionshersteller wie Jeep nicht halt. Auch wenn man von Jeep eigentlich keinen SUV haben will ...

Angefahren kommen die beiden neuen Jeep mit einem zusammen mit Mitsubishi entwickelten 2,4 Liter Benziner oder einem 2,0 Liter Diesel. Mehr Details bekommt man dann am Stand aber auch nicht, schliesslich sind es ja "nur" Concept Cars ... Sagt die nett lächelnde Dame heute morgen zumindest ...

(Mehr Bilder vom Jeep gibt es übrigens, wie von allen vorgestellten Autos auch in unserer flickr-Gruppe!)

Yellow Submarine

Kommt man in Halle 8 an, zieht es einem automatisch zu einem gelben, sich drehenden Etwas. Angekommen am 'gelben Guggelhupf' muss ich eingestehen: Es keimt Begeisterung auf. Und Bedauern.
Denn der C-SportLounge von Citroen ist einzig und allein als Showcar geplant und wird es nicht auf den Asphalt schaffen. Zumindest nicht in Serie.

Der Citroen C-Sportlounge

Der Citroen C-Sportlounge

Hyundais Spielzeug für Jungens

Hyundais Auto für Jungs - der Accent SR - versteckt sich ein wenig in Halle 8. Es scheint, als wolle man den schneeweißen Flitzer nicht ganz so stolz präsentieren wie man das eigentlich könnte. Vielleicht hätte man ihn einfach schwarz lackieren sollen ...

Der Hyundai Accent SR

Die Studie aber muss sich eigentlich nicht verstecken. Obwohl: Weiß ist vielleicht wirklich nicht die optimale Farbe für ein Spielzeug. Jungs machen sich doch immer so schnell dreckig.

Der Vorteil der Farbe: Man sieht dem mit einem 2,0-Liter-Turbo mit 200 PS befeuerten Accent SR gleich an, dass ihm das verpasste Spoilerwerk recht gut steht. Bewegen will sich das Sportfahrwerk dann auch auf 18 Zoll Leichtmetallfelgen, das ist ja für einen Sportler von heute eine Mindestgröße.

Zwar wird der "Eiskönig" nur als Studie präsentiert, aber eigentlich ist es eine Neuvorstellung. Denn der SR wird im ersten Halbjahr 2006 zum Händler rollen.

Sporty, Spacious, Smart

Sportlich, Geräumig, Smart. Das sind die drei Schlagworte, unter deren Prämise Kia den Multi-S geschaffen hat. Wenn man das Konzept so anschaut, dann ist Kia mit dem Micro-Van durchaus ein guter Wurf gelungen. Ein zu guter eigentlich um ihn nach der Messe in den Geschichtsbüchern verschwinden zu lassen. Schaut man sich den Multi-S mal ein wenig an, fragt man sich eigentlich nur: Wann steht der beim Händler?

Kia Multi-S

Der Multi-S ist eine der wenigen Studien die viel zu reif und Käufernah sind, als dass man ihn eigentlich nicht bald auch auf der Strasse sehen sollte. Vergleicht man Multi-S und den neuen Civic ist der Kia wesentlich realer als der Civic.

Ausgestattet ist der Multi-S mit dem typischen 2,7-Liter V6 von Kia. Und wenn man kurz nachfragt, beteuert man bei Kia sofort, auch einen Diesel in das Van-Something einbauen zu können. Theoretisch. Denn eigentlich ist der Multi-S nur ein Konzept.

Doch es fängt an zu rauschen. Und wenn man etwas näher hin hört kann man durch das rauschen verzerrt wahrnehmen, dass der Multi-S vielleicht doch kommt. Zumindest plane man einen kleinen Van in zwei, drei Jahren.
Und wenn, warum dann nicht den Multi-S?

Maybach Exelero: Ja wo ist er denn?

Maybach stellt auf der IAA auch seinen Prototypen Exelero aus.
Ich hab ihn fotografiert.

Der Exelero auf der IAA

Ok, Ok. So viele Menschen habe ich bisher an keinem Einzelexemplar gesehen ... aber vielleicht hab ich ein ander mal mehr Glück. Bin ja noch etwas hier ... ;-)

Hässliches Entlein

An jedem Messestand nehme ich mir etwas Zeit und lausche, während ich so rumstehe und anderen Fotografen höflich aus dem Weg gehe, so ein wenig den Stimmen die sich neben mir erheben.
Da finden Diskussionen statt, der Jeep Compass sähe aus, als wäre er soeben "Need for Speed Underground" entsprungen. Oder der Dodge Caliber sei auch nur eine amerikanische Volvo-Kopie.

Aber an keinem Stand muss ein Hersteller so viel verbale Prügel einstecken, wie smart an dem seinen mit seiner Crosstown-Studie.

smart Crosstown

Der smart Crosstown

Das Hybrid-Konzept (ja, was sonst) des Mercedes-Sorgenkind interessiert alle. Allerdings nicht auf Grund seiner Technik. Es ist eher wie in einem Zirkus Anfang des 20sten Jahrhundert. Jenen fahrenden Freakshows zu denen Menschen gingen um Abartigkeiten zu bestaunen.

Niemand interessiert sich für die Technik des hässlichen Entlein Crosstown. Jeder geht nur vorbei und bleibt einzig und allein stehen um seiner Abscheu gegen die smart-Studie verbal Ausdruck zu verleihen.

Ja, gut. Der Crosstown ist wirklich nicht die ansehnlichste Studie hier auf der IAA. Aber man sieht ihm auch sein Jeep-Vorbild an. Oder täusche ich mich? Und dann noch dieses vererbte Detail: Die Frontscheibe des Crosstown läßt sich abnehmen und im smart verstauen.

 

Über das Blog

gigold Thomas Gigold liebt Autos und bloggt hier - wie schon 2005 - direkt von der IAA über die neusten Trends, Modelle und Überraschungen.

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