Thema: Exoten

Handschuhpflicht

Nadelstreifenanzug mit HandschuhenIn allen Hallen wuseln unzählige Menschen rum, oft in weißen Schutzanzügen, die ein bißchen an CSI & Co. erinnern, und halten die teuren Automobile und andere Hochglanzexponate mit Staubwedeln und Poliertüchlein fingerabdruckfrei. Beim Maybach geht man sogar noch einen Schritt weiter und streift selbst den leitenden Verkäufern noch weiße Baumwollhandschuhe über, damit das edle Gefährt unter keinen Umständen mit menschlicher Haut in Berührung kommt.
Erstaunlicherweise findet die Präsentation des Autos für die begüterte Käuferschicht dann aber nicht wie beim Phantom in einer separaten Lounge, sondern unter den neugierigen bis abschätzigen Blicken der reichlich vorhandenen Zuschauer statt – heftiges Getuschel, bei dem die potentiellen Käufer ebenso bewertet werden wie das Auto selbst inklusive. Mitunter dürften sich Interessenten dank des Blitzlichtgewitters wie auf einem roten Teppich fühlen. Die Vater-Sohn-Kombination, die ich heute beobachten konnte, schien davon nicht sonderlich begeistert.

Anders als Thomas konnte ich mich sogar bis zum Maybach Exelero durchschlagen und das versprochene Foto nachreichen. Zumindest das Hinterteil ist drauf.

Exelero Hintern

Ich war allerdings ein wenig enttäuscht von der Präsentation. Die anderen Nobelkarossen stehen auf drehbaren Plattformen und wenn man ein wenig Geduld hat, bzw. die beharrlichen Stöße in die Rippen sowie diverse Fußtritte ignoriert, dann hat man das Auto irgendwann von allen Seiten bewundert. Den Exelero aber haben sie auf einer statischen Plattform vor einer schwarzen Wand versteckt. Über die Wand laufen zwar gelegentlich Lichtstreifen, was bestimmt ungemein theatralisch wirken soll, doch insgesamt geht das Auto für meinen Geschmack zu sehr im Dramatisch-Dusteren verloren. Wenigstens sparen sie sich so den Mann mit dem Feudel und die Handschuhe für leitende Angestellte. Bei der Beleuchtung kann man Abdrücke und Schlieren sowieso nicht erkennen.

Nachtrag: Manche Hersteller lösen das Problem mit den Fingerabdrücken, indem sie ihre Autos einfach in großen Kästen an die Wand hängen. Und wieder zwei Stellen eingespart.

Auto an der Wand

Asiatische Mercedes und BMW

Der chinesische Geely MerrieSchau, Mama. Ein Mercedes. Aus China!

Auf der IAA werden erstmalig auch drei chinesische Autobauer ihre Modelle präsentieren: Geely, Brilliance und Jiangling.
Es wird für uns Europäer sicherlich spannend werden, welche Autos man in den asiatischen Modellen erkennen können wird. Auf dem asiatischen Markt - das gab es bereits auf dem Autosalon in Genf beim Hersteller BYD zu sehen - rollen unzählige Autos, die europäischen Karossen sehr ähnlich sehen.
Hierzulande konnte man des bereits vor einigen Jahren live sehen, der Daewoo Nexia sah dem alten Opel Kadett sehr ähnlich, wenn auch es sich dabei um einen Lizenzkauf handelte. Beim größten Teil der asiatischen Autobauer jedoch mag ich diese Version des Designaustausches ein wenig bezweifeln ...

Geely wird beispielsweise den Merrie zeigen, der einem alten C-Klasse Mercedes von Anfang der 90er schon recht ähnlich sieht ...

Super-Sportler Veyron nicht auf der IAA

Bugatti Veyron: Wird wohl nicht auf der IAA auftretenRund 80 Neuvorstellungen wird man auf der IAA betrachten können, vom „Einkaufswagen“ bis hin zum Sportler und Geländeläufer wird für Jeden etwas dabei sein. Nur einer, mit dem Jeder eigentlich gerechnet hat, wird fehlen: Der Bugatti Veyron.
Nach Jahren des Tüfftelns und Entwickelns ist man bei Bugatti bereit, den Super-Sportler ab Ende September endlich auch den finanziell potenten Käufern zu übergeben, die seit Jahr und Tag auf die Auslieferung des 400 km/h schnellen Sprinters warten.
Gebaut zumindest wird es seit gestern offiziell.

Nur dem gemeinen Volk will man den flachen Kraftprotz offenbar noch vorenthalten. Wäre wohl auch Verschwendung den 1 Million Euro teuren, 1001 PS-starken Super-Boliden in Serienreife dem IAA-Publikum zu zeigen. Leisten wird sich von den Besuchern dort den Veyron wohl sowieso Niemand können.

Das zumindest scheint man beim Mutterkonzern VW zu denken: Nach 2003 wird man den Super-Sports-Car nicht noch einmal auf der IAA zeigen. Stattdessen hat Bugatti seinen Super-Sportler nach Jahren der Prototypen und peinlichen Verzögerungen am Samstag (3.September) im elsässischen Molsheim einem ausgewählten Publikum vorgestellt. Auf ausdrücklichen Wunsch der Klientel unter Ausschluß der Presse.

Zur Tokyo Motor Show Ende Oktober dann soll der Veyron zumindest aber dem asiatischen Publikum als Serien-Modell gezeigt werden … ob die Besucher da finanziell besser gestellt sind?

Den Veyron fahren sehen kann man übrigens bei den Jungs von Inside Line: Die haben den Sprinter in den USA erwischt und ein kleines Video gedreht.

... finanziell wird Bugatti übrigens draufzahlen, beim Veyron. In den nächsten drei Jahren sollen 300 Exemplare produziert werden. Danach ist Schluss, und aufgrund der hohen Entwicklungskosten wird das Kapitel 'Veyron' zwar ein sehr prestigeträchtiges, aber unter finanziellen Aspekten, wenig rentables Geschäft.

 

Über das Blog

gigold Thomas Gigold liebt Autos und bloggt hier - wie schon 2005 - direkt von der IAA über die neusten Trends, Modelle und Überraschungen.

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