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Der Trabant nT, und die Zukunft

Der heimliche Star der IAA ist der "Trabant nT". Das Concept Car der sächsischen indiKar zieht nicht nur Blicke, sondern auch Fernsehkameras wie ein Magnet an. Keine Kamera kommt an der Neu-Inszenierung des legänderen DDR-Volkswagens vorbei.
Ja, ich schreibe absichtlich Neu-Inszenierung, und nicht -Auflage. Denn mit dem alten Trabant hat der Neue nur zwei Dinge gemein: Den Namen und seine charakteristische Form.
Wer sich an den Trabant sonst noch als papperne, verkehraufhaltende Zwei-Takt-Dreckschleuder erinnert - und vielleicht nostalgiert - wird vom Trabant nT überrascht. Denn der gibt sich umweltfreundlich: Umweltfreundliche Materialien, Elektroantrieb und Solarzellen auf dem Dach. Noch umwelt-neutraler kann ein Auto heute kaum konzipiert werden.
Jedoch: "konzeptioniert" bedeutet beim Trabant nT auch, dass man noch weit entfernt von einer Serienfertigung ist. Zwar strebt man einen Markteintritt im Jahr 2012 an, noch aber fehlt alles, um aus diesem Traum Realität werden zu lassen - Partner, Geld und Produktionsstandort.

Trotzdem zeigt sich indiKar-Geschäftsführer Ronald Gerschewski im Gespräch zuversichtlich. Der Chef des Karosseriebau-Unternehmens, das sich in den letzten zwei Jahren dem Design und Bau des Trabant nT-Prototypen verschrieben hat, ist mit dem bisherigen Feedback zufrieden. Bei Publikum und potentiellen Investoren kommt der Trabant nT sehr gut an, berichtet Gerschewski erfreut. "Ich habe gestern von all den Besuchern nur ein negativen Kommentar gehört. Kritiker gibt es überall, aber eine einzige Stimme von sicherlich mehr als 200 Besuchern ist absolut in Ordnung."

Den Stand auf der IAA nutzt indiKar vor allem auch für die Suche nach Investoren. Ein Unterfangen, das in Zeiten der Krise sicherlich nicht einfach ist. Dessen ist sich auch Gerschweski bewußt. Er sieht trotzdem Chancen. Für die Realisierung des Projekts ebenso, wie für potentielle Investoren: "Hier bietet sich eine einmalige Chance, mit einem neuen, unbelasteten Produkt an den Markt zu gehen. Und das in Zeiten, in denen Nachhaltigkeit und neue Antriebstechnologien mehr den je gefragt sind."
Wunschinvestor für indiKar wäre ein Unternehmen aus der Autobranche, "aber auch ein Konsortium oder ein Investor aus der Energie-Branche" wäre vorstellbar."Wir können das Konzept Fahrzeug hier neu definieren. Sicherlich braucht das Mut, aber 'Trabant' ist eine weltweit eingeführte Marke, die jetzt nur besser werden kann, als es das Original war", so Gerschewski.

In den ersten Tagen der IAA hätten bereits diverse potentielle Partner und Investoren ihr Interesse bekundet - und die kommen nicht nur aus Deutschland. "Das Verständnis von Mobilität ändert sich. Für ein Elektroauto ist das ein guter Zeitpunkt", ist Gerschewski überzeugt. "Der Trabant nT ist als Stadtwagen konzipiert. Er ist absichtlich einfach, ohne viel Technik oder übertriebenen Motor gehalten, denn er ist für kurze Strecken gedacht. Es ist unwichtig wo die Höchstgeschwindigkeit liegt - die beträgt 130 km/h -, denn er soll in der Stadt gefahren werden. Wir werden den Zweck eines Autos künftig über dessen Antrieb definieren. Elektro für die Stadt, Verbrennungsmotoren oder Hybrid-Antrieb für Langstrecken-Fahrten."

Es fällt nicht leicht bei dem Enthusiasmus, den Gerschewski zeigt, skeptisch zu bleiben. Er reißt einen mit: "Die Motivation für uns, dieses Projekt mit zu stemmen, ist sicherlich viel Herz. Sachsen ist ein Autoland, wir leben das!" Natürlich steht für Geschäftsmann Gerschweski auch die Hoffnung dahinter, bei einer Serienproduktion mit dem eigenen Unternehmen in irgendeiner Weise beteiligt zu sein, aber man glaubt ihm, wenn er das "Herz" als ersten Motivationsgrund nennt.
Mit der gleichen Überzeugung widerspricht er auch der Behauptung von Audi, neue Antriebstechnologien erst im Premiumsegment einführen zu können: "Natürlich ist die Batterietechnik noch teuer. Da ist sicherlich auch ein Punkt, den man beim Trabant nT noch bedenken muss - wie wir mit den Batterien umgehen. Ob wir die verkaufen, leasen oder vermieten. Aber die Welt steht vor einem Boom von alternativen Antrieben und Elektroautos. Schauen Sie einmal in die USA, dort ist die Akzeptanz bereits ganz anders als hier in Deutschland. Die Akzeptanz bei den Menschen kann man auch nur mit einem elektrischen Alltagsauto testen. Da ist jede Menge Platz für Typen!"

Als Zielpreis nennt man bei indiKar derzeit rund 20.000 Euro. "Das ist, glaube ich, die Akzeptanz-Schwelle, die man für ein Stadtauto auszugeben bereit wäre", so Gerschewski. Ob man bei diesem Preis landen kann ist abhängig vom Partner, den Batteriekosten und natürlich von der produzierten Stückzahl. Angesichts der Begeisterung, die man bei indiKar ebenso spürt wie bei den IAA-Besuchern kann man eigentlich kaum anders, als die Daumen zu drücken. Damit wir vielleicht 2012 wieder einen Trabant auf den deutschen Straßen sieht - in neuem Look, und mit einer Umweltfreundlichkeit, die sich ein Trabant-Fahrer nie hätte ausmalen können.

Initiert wurde der neue Trabant nT - damals noch als "newTrabi" - von Klaus Schindler, Geschäftsführer des Modellbau-Unternehmens herpa. Der sicherte sich die Rechte am Namen "Trabant" und stellte auf der IAA 2007 seine Idee einer Trabi-Neuauflage vor. In den letzten zwei Jahren überarbeitet Designer Nils Poschwatta das Aussehen des Trabant, orientierte sich dabei am legendären "Trabant P 601 Universal". Das sächsische Karosseriebau-Unternehmen indiKar übernahm Projektmanagment und Prototypen-Bau des Trabant nT. Der kommt mit einem 47 kW starken Elektromotor und schafft eine Reichweite von 160 Kilometern.
About
Thomas Gigold Thomas Gigold bloggt - wie schon 2005 & 2007 - über die Trends und Highlights der IAA. Daneben geht es um die neuen Modelle und Überraschungen bei BMW & MINI.

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Letzte Kommentare
juicy couture
so wonderful , Mini my farvris.
juicy couture (Gast) - 29. Aug, 12:45
juicy couture bags
i love this Mini. thank for sharing
juicy couture (Gast) - 29. Aug, 12:43
juicy couture bags
Very interesting,thx for sharing.
juicy couture (Gast) - 29. Aug, 12:40